Inga Matusall zu Straßennamen

Sehr geehrter Herr Ratsvorsitzender, sehr geehrter Bürgermeister, liebe Ratsmitglieder,

zwar gibt es keine festen Regeln für die Benennung von Straßen, aber mehrere Gemeinden, die sich selbst ein Regelwerk dazu gegeben haben, sind sich in zwei Punkten einig:

  1. eine Benennung nach einer Person ist nicht nur eine Erinnerung an sondern auch eine Ehrung dieser Person

und

  1. eine Straße soll nicht nach einer Person benannt werden, die Ziele, Handlungen oder Wertvorstellungen verkörpert, die gegen die Verfassung verstoßen.

Natürlich müssen wir uns nicht an die Regeln anderer Gemeinden halten, aber diese Leitlinien sind sinnvoll und spiegeln wieder, wie Straßennamen im Allgemeinen wahrgenommen werden. Insbesondere, wenn der Erklärungszusatz am Straßenschild nur sagt „Vorsteher der Rotenburger Werke und des Diakonissen-Mutterhauses von 1903 – 1942“ ist aus dem Straßennamen keine kritische Auseinandersetzung mit Johannes Buhrfeind zu entnehmen, nur eine Ehrung.

Dass ein Beibehalten des Straßennamens der Erinnerungskultur dient, ist ein sehr zweifelhaftes Argument, denn dann hätte keine Straße in der Bundesrepublik überhaupt jemals umbenannt werden dürfen, egal, wie sehr die Gesinnung des Namenspaten den demokratischen Grundsätzen widerspricht.

Aus diesen Gründen, kann ich, wenn ich gefragt werde „Soll der Name der Buhrfeindstraße beibehalten werden – ja oder nein?“, nur mit „Nein“ antworten. Vielmehr befürworte ich im Interesse einer guten Erinnerungskultur den Vorschlag meines Fraktionskollegen Joachim Hickisch, die Straße nach Erich Paulicke zu benennen.