Antrag zum Thema Kunstrasen fand Mehrheit

Ein Antrag zum Thema Kunstrasen, der von mehreren Grünen-Mitgliedern aus Sittensen und Rotenburg erarbeitet wurde, fand auf der Kreis-Mitgliederversammlung eine deutliche Mehrheit. Hier der Wortlaut des Antrages:

Antrag an die Kreismitgliederversammlung-Bündnis 90/die Grünen:

 

Die Befunde, wie viel Plastik- und Mikroplastikmüll in Böden und Meeren unseren Planeten und unsere Zukunft bedroht, sind erschreckend.

Aber ein langsames Umdenken setzt ein: vor wenigen Tagen hat das EU-Parlament beschlossen, Einwegprodukte aus Plastik zu verbieten. Viele Kommunen denken über ein Verbot von Plastiktüten und Coffee-togo-Bechern nach. Vielleicht zu kleine Schritte, aber weniger Plastik, weniger Müll – so einfach! 

 

Deshalb folgender Antrag: 

Der Kreisverband Rotenburg von Bündnis 90/die Grünen möge sich gegen die Errichtung und Förderung von Groß- oder Kleinspielfelder mit Kunstrasenplätzen und für die Errichtung und Förderung von Naturrasenplätzen aussprechen.

 

Begründung:

Kunstrasenbelege haben gegenüber Naturrasenökologisch deutliche Nachteile:

1. Durch den Bau eines Kunstrasenfeldes verdrängt ein künstliches Plastik-Produkt die Natur und veriegelt den Boden. Durch den künstlichen Belag werden alle Pflanzen und Tiere, z.B. Insekten, von der Fläche entfernt und damit auch die biologische Vielfalt eliminiert.
2. Die Lebensdauer eines Kunstrasenbelages wird auf 12 bis 15 Jahre taxiert. Anschließend entsteht durch Kunstrasenplätzen unnötiger Plastikmüll(ca. 400 Tonnen pro Spielfeld), der zusätzlich mit hohen Kosten entsorgt werden muss. 

Je nach Bauart des Kunstrasenplatzes entsteht ferner die Problematik von Mikroplastik, der durch Auswaschung ins Oberflächenwasser gelangt. Das Frauenhofer-Institut weist darauf hin, dass die bestehenden Kunstrasenflächen in Deutschland für ca. 8000 Tonnen Mikroplastik verantwortlich sind! 

3. Kunststoff für Kunstrasen wird heute immer nochaus dem knappen Rohstoff Öl, Gas oder sogar Kohle gewonnen. Diese Ressource sollte für wichtigere Dinge (z.B. Medizinartikel) geschont werden.
4. Naturrasen absorbiert Luftschadstoffe wie Kohlendioxid. Naturrasen trägt somit aktiv zur Verminderung des Treibhauseffektes bei und produziert dabei gleichzeitig durch die Photosynthese lebensnotwendigen Sauerstoff.
5. Naturrasen kühlt durch Verdunstungsleistung die Luftschichten über der Rasenoberfläche.Kunststoffrasen dagegen kann die Umgebung nicht kühlen, sondern heizt sich gegebenenfalls stark auf.
6. Naturrasenflächen verhindern Bodenerosion, den Eintrag von Schadstoffen in Gewässer und speichern Regenwasser. Außerdem nimmt das dichte Wurzelwerk der Rasengräser Nitrat in großen Mengen auf, so dass unter Rasenflächen bei sachgemäßer Düngung kein Nitrateintrag ins Grundwasser zu befürchten ist. Kunststoffrasen dagegen leistet keinen Beitrag zum Bodenschutz.

Kunstrasenbeläge sind aber auch wegen der – im Vergleich zu den Naturrasenplätzen –  enormenErstellungs- und vor allem Erhaltungskosten eindeutig abzulehnen. Nach heutigem Stand müssen nach ca. 12 – 15 Jahren wesentliche Teile des Kunstrasenplatzes entsorgt und erneuert werden, was pro Spielfeld ca. 270.000,00 € kostet

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