Nachhaltige Mobilität in Rotenburg braucht Sicherheit!

Im Rahmen unserer Aktion “Verkehrssicherheit in Rotenburg” haben uns viele Hinweise auf Gefahrenstellen erreicht. Unsere Fraktionsvorsitzende Elisabeth Dembowski und Torsten Oestmann als unabhängiger Bürgermeisterkandidat haben sich jetzt über einige davon direkt vor Ort ausgetauscht.

Hintergrund

Der Verkehr in Rotenburg läuft nicht rund. Dies ist weder ein Geheimnis noch eine Neuigkeit. Um dies in Zukunft zu ändern, rückt besonders die Verkehrssicherheit in den Fokus. Denn ein Großteil des Verkehrs in Rotenburg ist als sogenannter Binnenverkehr hausgemacht. Sein Anteil lag 1980 bei 40 Prozent, 2001 bei 45 Prozent und wird sich im Rahmen des aktuellen Verkehrsentwicklungsprozesses kaum niedriger zeigen. Es liegt also maßgeblich in unserer Hand, die Verkehrsbelastung Rotenburgs mit nachhaltigen Mobilitätsansätzen zu verringern.

Untersuchungen, wie aktuell auch wieder die jüngst durch den Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) in Kooperation mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (adfc) veröffentlichte Dokumentation zur Förderung des Radverkehrs in Städten und Gemeinden, zeigen deutlich, dass die Mehrheit der Menschen offen für die Nutzung des Fahrrads ist. Zugleich zeigt sich fehlende Verkehrssicherheit aber nach wie vor als das Motiv, welches die meisten Menschen vor der regelmäßigen Nutzung zurückschrecken lässt. Für uns als Rotenburger Grüne liegt in der Erfassung tatsächlicher und empfundener Gefahrenstellen daher eine wichtige Grundlage, um unsere Verkehrsentwicklungsplanung zukunftsfähig zu gestalten. Insofern freuen wir uns, dass uns im Rahmen unserer Aktion „Verkehrssicherheit in ROW“ zu über 25 solcher Orte Hinweise erreicht haben.  

Beispiele für tatsächliche Gefahrenstellen

Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei solche Stellen, an denen sich in jüngster Vergangenheit bereits Unfälle ereignet haben. Wenig überraschend entfielen viele Hinweise auf die Goethestraße als Gefahrenstelle. Eine Mischung aus verengtem Verkehrsraum, fehlender Nutzungspriorisierung und einer auch baulich problematischen Gestaltung fördert hier nicht nur das Empfinden von Verkehrsunsicherheit. Die Unfälle der letzten Jahre, insbesondere mit Radfahrern, belegen diese Wahrnehmung in bedenklicher Art und Weise. 

Eine weniger in der Diskussion stehende Stelle findet sich an der Ausfahrt der Rathausgasse auf die Aalter Allee. Der querende Fuß- und Fahrradverkehr ist hier aufgrund schlechter Sichtverhältnisse oft nur spät wahrzunehmen, sodass gerade ortsunkundige Autofahrer*innen nicht selten überrascht werden. Auch wenn sich hier bisher nur vereinzelt Unfälle ereignet haben, ließe sich dieser Gefahr über eine entsprechende farbliche Markierung und einen entsprechenden Warnhinweis vermeintlich leicht begegnen. 

Nachdenklich muss an dieser Stelle auch stimmen, dass mit der teilweise verengten Zusammenlegung des Fußgänger- und Fahrradbereichs beim geplanten neuen Kreisel am Ende der Harburger Straße/Neuer Markt bereits im Vorfeld erkennbare potentielle Gefahrenstellen immer noch neu geschaffen werden. 

Bedeutung gefühlter Unsicherheit

Nicht an allen der benannten Orte haben sich in den zurückliegenden Jahren dokumentierte Unfälle ereignet. Insofern stellen diese eher keine Gefahrenstelle im engeren Sinne dar. Im Interesse eines möglichst hohen Sicherheitsgefühls aller Verkehrsteilnehmer*innen sind jedoch auch diese als Gefahrenstellen im weiteren Sinne empfundenen Orte kritisch zu berücksichtigen. Nur wenn die faktische und die empfundene Verkehrssicherheit in Rotenburg stark ausgeprägt sind, wird es gelingen, eine ausreichend starke Unterstützung für nachhaltige Mobilitätsansätze zu gewinnen.

Potentielle Gefahren entstehen dabei nicht nur durch den motorisierten Verkehr. Eine zu enge oder unübersichtliche Radwegeführung, oder auch das Fehlverhalten von Radfahrern und Fußgängern, können bei Autofahrern genauso gut ein Grund für Unsicherheit im Verkehr sein. Insofern gilt es bei der Behandlung dieses Themas immer, die Perspektiven aller Verkehrsteilnehmer*innen zu beachten. 

Fazit

Neben der tatsächlichen sollte auch die empfundene Verkehrssicherheit in Rotenburg im Rahmen des aktuellen Verkehrsentwicklungskonzeptes als wichtiger Faktor unbedingt berücksichtigt werden. Unter aktiver Beteiligung der Bürger*innen sollten die benannten und weitere Gefahrenstellen geprüft und soweit notwendig und möglich entschärft werden. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.