Fahrradverkehr Rotenburg

Fahrradverkehr Rotenburg

Unfallschwerpunkt in der Bremer Straße nicht entschärft.

Die Einmündung der Otto-von-Guericke-Straße in die Bremer Straße – Rotenburgern besser bekannt, also die Obi-Kreuzung, bleibt eine Gefahrenstelle. Bekannt wurde sie durch die Serie schwerer bis tödlicher Unfälle. Zuletzt wurde  der Versuch unternommen, die Situation durch eine neue Beschilderug zu entschärfen. Im April trafen sich Polizei und Verkehrsbehörden an der gefährlichen Einmündung. Deren Vertreter beschlossen eine neue Beschilderung mit STOPP-Schildern. Doch auch die mehr als deutlich aufgestellten Verkehrszeichen scheinen nicht die Lösung des Problems zu sein. Immer häufiger kommt es zu Beschwerden über Autos und Lastwagen, die den Einmündungsbereich ohne anzuhalten passieren. (Quelle: Polizei-Rotenburg)

Ergebnis der Verkehrskontrolle

Anfang November überprüfte die Polizei die Situation und kam zu einem ernüchternden Ergebnis: viele Auto- und LKW Fahrer ignorieren weiterhin das Stoppschild. Einige biegen mit überhöhter Geschwindigkeit aus der Otto-von-Guericke-Straße in die Bremer Straße ab. In anderthalb Stunden stellte die Polizei 20 Verstöße fest. Zahlreiche Autofahrerinnen und Autofahrer wurden in der Bremer Straße mit einer Polizeikelle gestoppt, nachdem sie das STOP-Schild an der Einmündung missachtet hatten. Ob dies jedoch ein „deutliches Zeichen“ ist, wie die Polizei in ihrer Pressemitteilung schreibt, ist abzuwarten.

Unfallschwerpunkt Bremer Straße Rotenburg

Verklehrskontrolle_Bremer_Strasse_November_2017_1
Verklehrskontrolle_Bremer_Strasse_November_2017_2
Verklehrskontrolle Bremer Strasse November 2017
Antrag_Sicherung_Bremer_Strasse_2012
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Verengung der Furt und aufgemaltes Verkehrszeichen
tödlicher Unfall Bremer Straße Obi Rotenburg
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Ein kurzer historische Abriss:

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Radweg mit großem Einzugsgebiet

Radweg Rotenburg Einzugsgebiet Bremer Straße

Einzugsgebiet Radweg Bremer Straße

Der Radweg in der Bremer Straße hat ein großes Einzugsgebiet. Durch das Gewerbegebiet Hohenesch und die Lent-Kaserne sind dort Arbeitsplätze in erheblichem Maße angesiedelt. Nicht nur Rotenburger Bürger, sondern auch Pendler legen die Strecke zwischen Bahnhof und Arbeitsplatz oft mit dem Fahrrad zurück. Auch die Wohngebiete Luhne, Borchel, Waffensen und Bötersen liegen an dieser Strecke und werden von Pendlern mit dem Fahrrad genutzt. Weitere Nutzer des Radweges sind die Besuche des Naherholungsgebietes am Weichelsee und die dort angesiedelte Gastronomie, die Kleingartenkolonie, sowie ein Sport- und Fitnesscenter an der Bremer Straße. Dadurch hat der Radweg in der Bremer Straße eine wichtige Funktion innerhalb des Radwegenetzes Rotenburgs.

Ein Lösungsansatz?

Tote Winkel bei abbiegenden LKW in der Bremer Straße

Tote Winkel bei abbiegenden LKW in der Bremer Straße

In Anbetracht der Unfälle und den Ergebnissen der Verkehrskontrolle in Verbindung mit der zunehmenden Nutzung des Radweges muss eine zeitgemäße und sichere Lösung für diese Gefahrenstelle geschaffen werden. Diese Lösung muss von einem sachverständigen Planungsbüro durchgeführt werden, das nachgewiesene Expertise für Belange des Radverkehrs ausweisen kann. Der folgende Lösungsansatz ist daher nur als „Inspiration“ gedacht, ersetzt jedoch eine sorgfältige fachlich fundierte Planung nicht.

Gestaltung der Bremer Straße mit Schutzstreifen

Gestaltung der Bremer Straße mit Schutzstreifen

Führung des Radverkehrs auf der Bremer Straße über Schutzstreifen.
Diese  Lösung bietet den Vorteil, dass aus der Otto-Von-Guericke-Straße kommende Fahrzeuge beim Abbiegen nur eine Haltelinie und eine Sichtachse für den Verkehr von links benötigen würden. Allerdings müsste der in westliche Richtung verlaufende Verkehr ebenfalls auf der Straße geführt werden, um „Geisterradler“ zu vermeiden. Da sich diese jedoch nie zu 100% vermeiden lassen, müsste die Kreuzung umgestaltet werden, um die Radfahrer zu einer Fußgänger-Furt mit Zebrastreifen zu leiten, wo sie dann nicht Vorfahrt-berechtigt wären – und bauliche Maßnahmen, um eine gerade Querung zu verhindern.

 

Weicheler-Damm-Bremer-Strasse-Rotenburg-Fahrradwege

Kreuzung Weicheler Damm Bremer Straße

 

Beispiele für Fahrrad-Schutzstreifen

Beispiele für Fahrrad-Schutzstreifen

Die Anlage der Schutzstreifen auf der Bremer Straße sollte nach dem „Stand der Technik“ erfolgen. Dabei muss natürlich die Zuführung der Radfahrer auf die Schutzstreifen berücksichtigt werden. Die gilt besonders am nörd-östlichenlichen Ende vor der Brücke, sowie am süd-westlichen Ende im Bereich der Rampe zur Bahnbrücke/ Weicheler Damm. Hier bietet sich eine Umgestaltung, so dass Radfahrer bereits auf der „Rampe“ zur Brück auf die richtige Fahrbahnseite geführt werden, also oben bei der Brücke und die Umgestaltung der Kreuzung am Weicheler Damm in einen Mini-Kreisel, sowie die Sperrung des Abschnittes zwischen „Hinter dem Bahnhof“ und der Hansestraße/B440. Dies würde die Strecke zudem für Schleichverkehr weniger attraktiv machen, der im Berufsverkehr über die Siedlung Luhne und die Bremer Straße abkürzt, da dieser dann beim Aral-Kreisel wieder auf die Bundesstraße einfädeln muss. Schleichverkehr hat die Tendenz einer höheren Durchschnittsgeschwindigkeit, da die Fahrzeughalter „Zeit rausholen“ wollen und sich im Grunde in einem „Überholvorgang“ befinden, dessen Zweitgewinn sie optimieren wollen. Wenn die Strecke so weniger attraktiv wird, sollte sich insgesamt die Verkehrsdichte am Weicheler Damm verbessern. Durch die Schutzstreifen und die Verengung der Fahrbahn wird zudem eine Reduzierung der Durchschnittsgeschwindigkeit erzielt. Dieses kann durch durchgehende Anordnung von Tempo 30 (Naherholungsgebiet) unterstützt werden. Dies kann auch schon heute erfolgen, um die Durchschnittsgeschwindigkeit in der Bremer Straße zu senken!

Auf einem eher langfristigen Zeithorizont  könnte man darüber nachdenken, dieses Gewerbegebiet in ein Wohngebiet umzuwandeln. Naherholungsgebiete (Weichelsee/Wald), sowie Nähe zum Bahnhof und Zur Autobahn (Sottrum/Bokel), also auch zur Innenstadt sprechen dafür, dass hier eine attraktive Wohnlage entstehen kann.


Kreuzungs-Design – Made in Niederlanden

Die Niederlande sind für ihre hervorragenden Konzepte für ein sicheres Kreuzung-Design bekannt. In Anlehnung an das typische Design niederländischer Kreuzungen wurde dieses Modell entwickelt.

Bremer Straße niederländisches Design

Bremer Straße in „niederländischem“ Design

Hier wurde der Ausfahrttrichter durch Verkehrsinseln eingeengt, die ein Überfahren durch Radfahrer und durch KFZ verhindert. Im Vergleich zur heutigen Lösung, müssen die KFZ eindeutig an zwei Stellen auf den Verkehr achten, einmal beim Queren des Radweges (Hier könnte weiterhin ein Stop-Schild eingesetzt werden) und ein zweites Mal beim Einfahren in die Bremer Straße – dort haben sie dann jedoch bereits die Querung des Radweges hinter sich gelassen und können sich auf die beiden von links und rechts kommenden Radwege konzentrieren. Die Furt sollte so weit in die Otto-von-Guericke-Straße eingerückt werden, dass PKW, die in diese einfahren noch vor dem querenden Radweg halten können und nach Möglichkeit aus dem Straßenraum der Bremer Straße weitestgehend verschwunden sind. Der Radweg ist sichtbar und erkennbar als Zweirichtungsweg ausgelegt und die Trennung der Fahrbahn in die beiden Fahrtrichtungen wird durch eine weiße gestrichelte Linie markiert. Dies wird sowohl in der Furt, als auch rechts und links der Einmündung fortgeführt. Der Fußgängerverkehr wird parallel geführt (graue Markierung) auch hier wird die gemeinsame Nutzung frühestens in weitem Abstand der Kreuzung wieder ausgewiesen. Ein durchgehende Höhe und unterbrechungsfreie Materialwahl und Einfärbung unterstreicht die „Wertigkeit“ des Zweirichtungsweges, die durch eine moderate Aufpflasterung /Anhebung noch unterstützt werden sollte.

Design-Prinzipien Niderländischer Kreuzungen werden auch in dem folgenden Video erläutert. T-Kreuzungen werden hier ab Minute 2:10 genauer beschrieben. Von diesem Vorschlag abgeleitet, würde an dieser Stelle ein aufgepflasterter Zweirichtungs-Radweg mit markierten Richtungsfahrbahnen auf einer eingerückten Furt die Otto-Von Guericke Straße bevorrechtigt queren.

 


Die Bremer Straße im Dezember 2018

Obi-Kreuzung im Dezember 2017

Otto-von_Guericke_Straße_Rotenburg

Unfallschwerpunkt nich entschärft

Unfallschwerpunkt_Rotenburg_Stopschilder

Stop-Schilder nicht zu übersehen

toedlicher_Unfall_Radfahrer_Rotenburg

Blick in Richtung Westen

Unfallschwerpunkt_Rotenburg

Blick in Richtung Stadtmitte

Strassenmarkierungen_Rotenburg

Abgenutzte Bodenmarkierung im Bereich der Absperrung

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