Fahrradverkehr Rotenburg

Fahrradverkehr Rotenburg

Schlechte Luft vermiest das Weihachtsgeschäft…

… und dass man darüber redet. So muss man die Stellungnahme der Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes deuten, die sie gegenüber der dpa abgab:

„Die Diskussion um saubere Luft in den Innenstädten hat aus Sicht des Einzelhandelsverbands dazu geführt, dass immer weniger Menschen dorthin zum Einkaufen gehen. „Viele Händler sind unzufrieden und haben sich mehr vom Weihnachtsgeschäft erwartet. Die Frequenz hat einfach gefehlt“, sagte Sabine Hagmann.

Vor allem Stuttgart mit seinen Feinstaubalarmen habe viele Menschen wohl irritiert, erklärt Hagmann. Die einen dachten, die Luft sei so schlecht, dass man davon krank werde. Die anderen seien unsicher gewesen, ob denn nun Alarm herrsche oder nicht. Dazu käme die schwierige Parksituation. Solche Sorgen seien auch in den anderen Städten Baden-Württembergs wie Ulm, Freiburg oder Konstanz gegenwärtig.

„Die Politik hat viel dazu beigetragen, dass der Wohlfühlfaktor, den man fürs Shoppen braucht, gemindert wurde“, sagte Hagmann. Es sei höchste Zeit, dass man sich zusammensetzt, um darüber zu diskutieren, wie man die Innenstädte wieder attraktiver machen könnte.

Trifft das auch auf Rotenburg zu? Auch hier haben wir einen Hinweis auf wiederholte Überschreitung von Grenzwerten – zumindest rechnerisch über die Verkehrsdichte ermittelt. Und „Parkdruck“ – den gibt es sicherlich auch. Dass mehr Autos in der Innenstadt – also häufigerer und längerer Stau in der Aalter Allee oder der Glockengießerstraße oder mehr Durchgangsverkehr in der Goethestraße die Innenstadt attraktiver machen würde, darauf kommt so schnell sicherlich keiner.

Schaut man in Städte in den Niederlanden und in Dänemark, kann man dort feststellen, dass die Förderung von Radverkehr Innenstädte aufwertet und auch dem Einzelhandel gut tut. Während die Summe einzelner Einkäufe leicht zurückgeht, nimmt die Kundenfrequenz zu – auch die Kundenbindung nimmt zu. Während Autofahrer meist größere Wegstrecken scheuen und viele nur anhalten, wenn sie einen Parkplatz direkt vor der Tür bekommen, können Radfahrer in der Regel bis vor die Tür gelangen und halten eher auch spontan an. Sie nehmen auch Schaufenster und Angebote stärker wahr. Eine hohe Frequenz vorbeifahrender PKW ist also kein Garant für hohe Umsätze im Einzelhandel.

Im Zweifelsfall bleibt eben doch nur etwas Lärm und schlechte Luft.

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