Lichtverschmutzung – und was man dagegen tun kann.

Wenn es im Winter dunkel wird, dann fällt einem vielleicht stärker auf, wie sehr wir uns an die Beleuchtung von Straßen und Wegen gewöhnt haben. Satellitenaufnahmen zeigen, wie hell wir unseren Planeten beleuchten. Industrieländer wie Deutschland stechen dabei besonders heraus. Lichtverschmutzung wird das von einigen genannt. Was steckt dahinter?

Was ist Lichtverschmutzung?

Der Begriff „Lichtverschmutzung ( eng. „light pollution“) wird auch Lichtsmog, Lichtverunreinigung, Lichtimmission oder Lichtglocke genannt. Sie bezeichnet die Aufhellung des Himmels – besonders des Nachthimmels – durch künstliche Lichtquellen. Das Licht vieler Lichtquellen wird von Ihnen in Luftschichten der Atmosphäre gestreut. Die so genannte Lichtverschmutzung kann störende Einflüsse auf die Flora und Fauna haben. Sie hat sowie einen negativen Einfluss auf astronomische Beobachtungen des Nachthimmels – ein Grund, warum Observatorien zunehmend in sehr abgelegenen Regionen errichtet werden. Lichtverschmutzung wird daher als eine Form der Umweltverschmutzung angesehen. in Europa sind 99% der Bewohner von Lichtverschmutzung betroffen. Die Helligkeit der bereits beleuchteten Flächen hat im Schnitz um 2,2 Prozent zugenommen, obwohl in vielen Gegenden inzwischen auf LED zurückgegriffen wird, die gerichteteres Licht und bessere Steuerung zulassen.

Was kann man tun?

Schon 2007 hat die UNESCO zusammen mit der IAU und CIE ein umfangreiches Maßnahmenprogramm zur Vermeidung von Lichtverschmutzung erstellt. Dieses Programm steht unter dem Paradigma intelligente Beleuchtung. Der Katalog bezieht die Beleuchtung des öffentlichen Raumes ebenso ein, wie Privatbeleuchtung. Kernelemente dieses Kataloges sind:

▪ Begrenzung und Anpassen von Beleuchtungszeiten der Aussenbeleuchtungen, Werbung un der Dekorationsbeleuchtung zu Nachtzeiten (nur bei hohem bis mittleren Verkehrsaufkommen, z.B. In den ersten Nachtstunden)

▪ Reduzierung unnötiger Beleuchtung (wenn diese z.B. zu intensive oder zu wenig zielgerichtet ist)

▪ mehr gerichtete Beleuchtung (z.B. von oben anstatt von unten oder waagerecht)

▪ Bessere Abschirmung von Lichtquellen, um die Abstrahlung nach oben und zu den Seiten zu reduzieren.

▪ Verzicht auf „vorsätzlich“ nur nach oben strahlende Lichtquellen (z.B. Bodenleuchten oder so genannte Skybeamer)

Wie werden diese Vorschläge umgesetzt?

Straßenbeleuchtung kann beispielsweise durch Dimmer verändert werden. Durch den Einsatz moderner LED Beleuchtung und den Austausch älterer Quecksilber Hochdrucklampen kann nicht nur der Stromverbrauch reduziert werden. Es ist jedoch darauf zu achten, das der Blauanteil des Lichtspektrums der LEDs nicht zu hoch ist, da sich dieser Bereich besonders gut in der Atmosphäre ausbreitet. Dazu gibt es LEDs mit höherem Rot/Orange-Anteil.

Eine Option, die Brenndauer der Straßenbeleuchtung zu reduzieren ist die Steuerung der Laternen durch Bewegungsmelder.

Auf der anderen Seite steht dem gegenüber dass eine Reduzierung der Beleuchtung eine Reduzierung der Sicherheit auf den Straßen zur Folge haben kann. Gesetzliche Vorgaben zur Mindeststärke von Straßenbeleuchtungen können die Möglichkeiten der Reduktion der Lichtemission einschränken.

Was bedeutet das für Rotenburg?

Derzeit werden die Straßenlaternen in Rotenburg ausgetauscht. Über eine Modernisierung der Lampen in der Fußgängerzone wird bereits nachgedacht. Rotenburg hat ist eher durch eine moderate Kultur der Leuchtreklame geprägt.

Ein Ansatz wäre eine Aufnahme des Ist-Zustandes, um Potentiale zur Reduktion der Licht-Emission zu ermitteln. Dies kann durchaus in einem Verfahren mit Bürgerbeteiligung erfolgen – dies hätte den Vorteil einer Sensibilisierung für das Thema. Gerade das Thema „Sicherheit“ dürfte vielen Bürgern ein wichtiges Anliegen sein und daher sind Interessenskonflikte vorhersehbar. Daher muss darauf geachtet werden, dass das Thema in einem langfristigen und moderierten Prozess bearbeitet wird, in dem Güterabwägung und Interessenausgleich Platz finden können.

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